Europa in der Villa Jordaan entdeckt

Suche nach den Spuren Europas in Westfalen

Steinfurt. Mitglieder und Freunde der Europa-Union Steinfurt waren am vergangenen Dienstag wieder einmal auf der Suche nach Spuren Europas in Westfalen. Unter sachkundiger Führung von Wettringens Bürgermeister a.D. Engelbert Rauen besuchte man das Landhaus Rothenberge der Bertha Jordaan-van Heek Stiftung. Das heute von der Universität Münster genutzte Gebäude wurde von dem deutsch-niederländischen Ehepaar Jan Jordaan und Bertha van Heek nach den Entwürfen des münsterschen Architekten Görries im Stil französischer Landhöfe zu Beginn der 1920er Jahre errichtet. Der Bankier Jan Jordaan wurde als Sohn eines Textilfabrikanten in Gronau geboren und leitete später eine Privatbank in Paris. Bertha von Heek stammte aus einer in Enschede lebenden Fabrikantenfamilie. Paris, Enschede und das Landhaus auf dem Rothenberge gehörten zu den Mittelpunkten ihres Lebens. Große Ländereien und auch das Wasserschloss „Haus Welbergen“ zählten zu ihrem Besitz, der nach dem Tod von Bertha Jordaan-van Heek im Jahre 1960 auf die gleichnamige Stiftung überging. Das kinderlos gebliebene Ehepaar hinterließ durch ihre Freundlichkeit, ihre Volksnähe und ihr Sponsoring in Wettringen bis heute einen überaus guten Ruf.

Spurensuche in deutsch-polnischer Grenzregion

Europa-Union Steinfurt besucht die Europastadt Görlitz/Zgorzelec

Steinfurt. Die Europa-Union Steinfurt besucht mit einer 30-köpfigen Seminargruppe vom 9. bis 13. März 2025 die Europastadt Görlitz/Zgorzelec an der deutsch-polnischen Grenze. Das für die Inhalte des Seminars verantwortliche DEPB-Tecklenburg bietet in diesen Tagen sowohl einen Rückblick in die Geschichte Schlesiens wie auch einen Ausblick in die zukünftige Zusammenarbeit in Europa. In einem Gespräch mit dem Görlitzer Oberbürgermeister Octavian Ursu (CDU) wurden denn auch die gemeinsamen Projekte der beiderseits der Neiße liegenden Partnerstädte deutlich. Bis 2030 will man mit einem Finanzvolumen von 2009 Mio. Euro das gemeinsame Fernwärmenetz „United Heat“ errichten, an dem sowohl deutsche wie auch polnische Konzerne beteiligt sind. Zudem ist eine gemeinsame Wasserversorgung geplant und ein auf beiden Grenzseiten gültiges ÖPNV-Ticket bereits ins Leben gerufen.

Das polnische Zgorzelec war bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges ein Teil der Stadt Görlitz und wurde mit der Grenzziehung entlang der Oder und Neiße dem polnischen Staatsgebiet zugeschlagen. Mühsam versucht man nun schon seit 1988 in der selbsternannten „Europastadt“ die Menschen wieder zueinander zu bringen. Ein Traum und Fernziel des Görlitzer Oberbürgermeisters Octavian Ursu ist es, irgendwann einmal wieder nur einen Bürgermeister für beide Städte zu habe und sei es trotz aller rechtlichen Hürden nur in einem jährlichen Wechsel zwischen Görlitz und Zgorzelec.