Tagesfahrt „Europa in Westfalen“ 2026
Europa-Union vom Hagener Impuls beeindruckt
Steinfurt. Mitglieder und Gäste der Europa-Union Steinfurt waren am vergangenen Wochenende wieder unter Leitung von Dr. Oliver Karnau vom LWL-Münster auf den Spuren Europas in Westfalen. In diesem Jahr stand der „Hagener Impuls“ im Mittelpunkt der Exkursion, der maßgeblich Karl-Ernst Osthaus in seiner Heimatstadt geprägt wurde. Das 1902 errichtete Karl-Ernst-Osthaus-Museum, seine 1906-1908 im Jugendstil errichtete „Villa Hohenhof“, die Künstlerkolonie „Gartenstadt Hohenhagen“ und das Krematorium in Hagen-Delstern (1907) gehören zu diesem Abschnitt der Geschichte, die Hagen zu Beginn des 20. Jahrhunderts zum Schauplatz für eine im Internationalen Maßstab wichtige Entwicklung machte. Viele der im „Hagener Impuls“ entstandenen und von internationalen Architekten und Künstlern gestalteten Gebäude zählen heute zur Route der Industriekultur. Die Idee des durch Erbschaft und Ehe zu Reichtum gekommenen Hagener Mäzens Karl-Ernst Osthaus war es, die Schönheit wieder zur herrschenden Macht im Leben werden zu lassen, denn die im Zuge der Industrialisierung „unter grauen Gebäuden verschwundene und jetzt von Krach, Dreck und Qualm durchzogene Landschaft ging ihm gewaltig auf den Keks.“
Architektur und Kunst waren seine Welt und ließen ihn weit über den Tellerrand des Ruhrgebietes hinausblicken. Den namhaften Künstlerarchitekten Henry van de Velde engagierte er für den Innenausbau seines brandneuen Museums, dem Geburtshaus des heutigen Folkwang-Museums in Essen. Von ihm ließ er sich auch seine ganz im Jugendstil konzipierte „Villa Hohenhof“ planen und bauen und mit Werken der Schweizer Künstler Hermann Haller und Ferdinand Hodler sowie dem Franzosen Henri Matisse und dem Niederländer Thorn Prikker ausstatten. Die nach historischem Vorbild wieder errichtete Gartenanlage wird im kommenden Jahr Teil der Internationalen Gartenausstellung sein. Die Kunsthistorikerin Dr. Carolin Krüger-Bahr und die Leiterin des Denkmalschutzes und der Stadtarchäologie Hagen Mirjam Kötter brachten den Gästen die Einzigartigkeit der Jugendstilvilla und des sie umgebenden Parks näher.
Neben dem Osthaus-Museum und der „Villa Hohenhof“ war dann das Krematorium auf dem Friedhof in Hagen-Delstern ein weiterer Höhepunkt der Reise. Es ist die erste Anlage für Feuerbestattung in Preußen. Das das Hagener Krematorium durch den später als AEG-Chefdesigner zu Weltruhm gelangten Peter Behrens gebaut wurde, ist wieder dem Mitbegründer des Feuerbestattungsvereins und Kunstmäzen Karl-Ernst Osthaus zu verdanken. Wie der Stadtheimatpfleger Michael Eckhoff berichtete, diente Behrens die Florentiner Kirche San Miniato al Monte als formales Vorbild.
Foto: Bernd Weber
Mitglieder und Gäste der Europa-Union Steinfurt entdeckten am vergangenen Wochenende wieder Europas Spuren in Westfalen. In diesem Jahr stand der „Hagener Impuls“ im Mittelpunkt. Das Foto zeigt die Gruppe vor einem der bedeutendsten Gebäuden der Moderne in Europa, der „Villa Hohenhof“ in Hagen.
Impressionen der Tagesfahrt nach Hagen. Fotos: Kordfelder, Weber.
Glückliche Europäer in der Staatskanzlei Düsseldorf
Me&You-Ausstellung im Ministerium präsentiert
Gerne folgte die Europa Union Kreis Steinfurt in der aktuellen Europawoche einer Einladung des Chefs der Staatskanzlei NRW, dem Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten Nathanael Liminski und präsentierte die Ausstellung „Europa macht Menschen glücklich“ zum Europatag der Mitarbeitenden in der Staatskanzlei Düsseldorf. „Diese Einladung ist für die Europa Union Kreis Steinfurt eine besondere Ehre und Auszeichnung. Wir sind gerne nach Düsseldorf gekommen, zumal unser Projekt eine großzügige Förderung durch dieses Ministerium erhalten hat“, so die Vorsitzende der EUD Kreis Steinfurt Dr. Angelika Kordfelder.
„Europa macht Menschen glücklich!“, den Beweis dazu treten 24 bi-nationale Paare aus dem Kreis Steinfurt an, die in einer Ausstellung des Rheinenser Fotografen Hermann Willers zu sehen sind. In einem Begleitband mit Interviews der jeweils aus unterschiedlichen EU-Ländern stammenden Paare ist zu entdecken, dass und wie das im Zusammenleben von Menschen aus unterschiedlichen EU-Ländern mit wachsendem Vertrauen gelingen kann.
„Ohne die finanzielle Förderung durch die Staatskanzlei wäre es uns Ehrenamtlichen nicht möglich gewesen, ein so aufwändiges Projekt durchzuführen“, so Kordfelder. Deshalb war sie auch froh und dankbar, das erstellte Buch anlässlich der Europa-Veranstaltung in der Staatskanzlei nun dem Minister in Düsseldorf überreichen zu können.
Bei der mittlerweile im dritten Jahr stattgefundenen hausinternen Europatag-Veranstaltung in der Staatskanzlei erklärte Minister Liminski dieses Veranstaltungsformat nunmehr zur Tradition, auch um die Bedeutung von Europa einmal mehr hervorzuheben. Musikalisch umrahmt wurde der Festakt vom MAGS-Chor, einem Chor von aktiven und ehemaligen Beschäftigten des Ministeriums Arbeit, Gesundheit und Soziales und anderen Landesbehörden NRW. Und natürlich eröffnete der Chor das Event mit der Europahymne der Europäischen Union, der Ode an die Freude.
Freude machte aber auch der Auftritt von zwei Jugendbotschaftern, die in erfrischender Art über ihren Einsatz an NRW-Schulen berichteten, um jungen Menschen Europa nahezubringen.
Nach dem offiziellen Teil ergab sich für die Europa Union Kreis Steinfurt die Möglichkeit, mit zahlreichen Gästen ins Gespräch zu kommen und ihre Idee, Europa eben auch positiv darzustellen, weiter zu verbreiten.
Die nächste Gelegenheit, sich über das Projekt zu informieren, gibt es am Sonntag, den 17.05.2026 ab 10.00 Uhr in Kloster Gravenhorst, Hörstel, beim dort jährlich stattfindenden Marktzauber, außerdem gibt’s weitere Hinweise auf der homepage der Europa Union Kreis Steinfurt unter steinfurt.europa-union.de.
Unsere Verteidigungsfähigkeit erfordert einen gesellschaftlichen Diskurs
Prof. Dr. Sensburg sprach vor der Europa-Union Steinfurt
Kreis Steinfurt. In einem informativen Vortrag beleuchtete Prof. Dr. Patrick Sensburg im Vorfeld der Mitgliederversammlung der Europa-Union Steinfurt die Verteidigungsfähigkeit unseres Landes. Im gut gefüllten Lichthof von Stroetmanns Fabrik forderte er einen gesellschaftlichen Diskurs über die damit verbundenen Fragen und empfahl ein Dienstjahr für alle, das aber nicht nur bei der Bundeswehr, sondern auch bei allen Hilfsorganisationen und Katastrophenschutzeinrichtungen geleitest werden könne. Denn zur gesellschaftlichen Resilienz, die potenzielle Angreifer abhalten und daher einen Krieg vermeiden könne, gehöre nicht nur eine gut ausgebildete, starke Bundeswehr, sondern auch ein belastbarer Katastrophenschutzes mit einer widerstandsfähigen Zivilbevölkerung und einer funktionierenden und gesicherten Infrastruktur. Ziel sei eine integrierte Sicherheitsarchitektur, die sowohl militärische als auch zivile Ressourcen effektiv verbinde.
Prof. Dr. Sensburg ist nicht nur Vorsitzender des nordrhein-westfälischen Landesverbandes der Europa-Union Deutschlands, sondern sammelte als Oberst der Reserve und langjähriger Vorsitzender des Reservistenverbandes der Bundeswehr fundierte Kenntnisse in der Landesverteidigung, die er eingebunden in europäische Strukturen sieht. Um eine europäisch eingebundene integrierte Sicherheitsarchitektur zu erreichen, sei aber ein gesellschaftlicher Diskurs zwingend notwendig, der auch verdeutliche, warum es sich lohne, Europa zu verteidigen.
Die dem Vortrag folgende intensive Diskussion lieferte vielen noch neue Erkenntnisse über die Rolle der Bundesrepublik als eine logistische Drehscheibe für militärische Bewegungen im Bündnisfall, über die notwendige personelle und infrastrukturelle Ausrüstung der Bundeswehr und über die zu verteidigenden Werte Europas, die u.a. in der Demokratie und Rechtsstaatlichkeit, in der Menschenwürde und den Grundrechten zum Ausdruck komme.
In der sich anschließenden Mitgliederversammlung der Europa-Union Steinfurt führten die Vorsitzende Dr. Angelika Kordfelder und der Geschäftsführer Martin Schmitt durch die Projekte des zurückliegenden Geschäftsjahres, aus dem sich das Projekt „Me&You – Europa macht Menschen glücklich!“ heraushob. Am 30. Mai 2026 will man gemeinsam mit dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe wieder anhand von Denkmälern „Europa in Westfalen“ entdecken. Ende August ist dann noch ein einwöchiges Seminar zu europapolitischen Fragen in Ostfriesland geplant. Nähere Informationen bietet hier die Homepage „Steinfurt.Europa-Union.de“.
Foto: Europa-Union Kreisverband Steinfurt/Christiane Böwe.