Unsere Verteidigungsfähigkeit erfordert einen gesellschaftlichen Diskurs
Prof. Dr. Sensburg sprach vor der Europa-Union Steinfurt
Kreis Steinfurt. In einem informativen Vortrag beleuchtete Prof. Dr. Patrick Sensburg im Vorfeld der Mitgliederversammlung der Europa-Union Steinfurt die Verteidigungsfähigkeit unseres Landes. Im gut gefüllten Lichthof von Stroetmanns Fabrik forderte er einen gesellschaftlichen Diskurs über die damit verbundenen Fragen und empfahl ein Dienstjahr für alle, das aber nicht nur bei der Bundeswehr, sondern auch bei allen Hilfsorganisationen und Katastrophenschutzeinrichtungen geleitest werden könne. Denn zur gesellschaftlichen Resilienz, die potenzielle Angreifer abhalten und daher einen Krieg vermeiden könne, gehöre nicht nur eine gut ausgebildete, starke Bundeswehr, sondern auch ein belastbarer Katastrophenschutzes mit einer widerstandsfähigen Zivilbevölkerung und einer funktionierenden und gesicherten Infrastruktur. Ziel sei eine integrierte Sicherheitsarchitektur, die sowohl militärische als auch zivile Ressourcen effektiv verbinde.
Prof. Dr. Sensburg ist nicht nur Vorsitzender des nordrhein-westfälischen Landesverbandes der Europa-Union Deutschlands, sondern sammelte als Oberst der Reserve und langjähriger Vorsitzender des Reservistenverbandes der Bundeswehr fundierte Kenntnisse in der Landesverteidigung, die er eingebunden in europäische Strukturen sieht. Um eine europäisch eingebundene integrierte Sicherheitsarchitektur zu erreichen, sei aber ein gesellschaftlicher Diskurs zwingend notwendig, der auch verdeutliche, warum es sich lohne, Europa zu verteidigen.
Die dem Vortrag folgende intensive Diskussion lieferte vielen noch neue Erkenntnisse über die Rolle der Bundesrepublik als eine logistische Drehscheibe für militärische Bewegungen im Bündnisfall, über die notwendige personelle und infrastrukturelle Ausrüstung der Bundeswehr und über die zu verteidigenden Werte Europas, die u.a. in der Demokratie und Rechtsstaatlichkeit, in der Menschenwürde und den Grundrechten zum Ausdruck komme.
In der sich anschließenden Mitgliederversammlung der Europa-Union Steinfurt führten die Vorsitzende Dr. Angelika Kordfelder und der Geschäftsführer Martin Schmitt durch die Projekte des zurückliegenden Geschäftsjahres, aus dem sich das Projekt „Me&You – Europa macht Menschen glücklich!“ heraushob. Am 30. Mai 2026 will man gemeinsam mit dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe wieder anhand von Denkmälern „Europa in Westfalen“ entdecken. Ende August ist dann noch ein einwöchiges Seminar zu europapolitischen Fragen in Ostfriesland geplant. Nähere Informationen bietet hier die Homepage „Steinfurt.Europa-Union.de“.
Foto: Europa-Union Kreisverband Steinfurt/Christiane Böwe.